17.12.1961 – 30.08.2013


"Ich war als Kind schon laut"
scherzte er. Ein erfahrener Tontechniker sagte mal, dass David – zusammen mit Roy Black(!) – der lauteste Sänger sei, den er je im Mischpult gehabt hätte.

 

Wer ihn näher kannte, weiß auch um seine ruhigen Seiten: Tee, gute Bücher, schöne Balladen, Waldspaziergänge, Filme. David war ein durch und durch sehr emotionaler Mensch.

 

David war ein gnadenlos guter Sänger mit einer beeindruckenden Stimme. Einfach aus Talent. Er hatte keine spezielle Ausbildung. Außer der seines Lebens. Seine Rod Stewart und Joe Cocker Interpretationen waren einfach sensationell. Und eigentlich hätte er ganz woanders stehen müssen. Aber David war auch ein 110% Rock'n Roller. Zu viel Kommerz war ihm immer suspekt. Sich anzubiedern war für ihn unanständig, würde- und charakterlos. David schuftete lieber im Gartenbau als für das falsche Publikum die falschen Songs zu singen. Authentizität war für ihn ein hohes Gut. Er hasste Unehrlichkeit. So schlug er nahezu alle Marketingversuche von außen einfach aus.

 

Wer ihn nicht näher kannte musste denken, dass David ein 24-Stunden-Entertainer sei. Er war immer gut drauf. Immer einen Joke auf den Lippen. Auch manche beißende Frechheit. Er durfte sich das herausnehmen. Viele liebten ihn für seine direkte Art. Wenn man mit David durch die Stadt ging, grüßten ihn so viele Menschen so überschwänglich, als hätten sie ihn seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. In kleineren Städten, in denen er mehrfach gespielt hat, wie Twistringen, Hoya und Schmallenberg genoss er bald den gleichen Promi-Status wie in seinem langjährigen Wohnort Iserlohn.

 

Auf der anderen Seite war David ein Mensch, der zwar sehr viele Bekannte aber kaum Freunde hatte. So beliebt er war, so einsam war er auch. Sein mit Bravour gespielter Kinderhass sollte wohl verbergen, wie gerne er selbst Vater gewesen wäre. Eine Familie hätte ihm vielleicht den notwendigen Halt geben können. An mangelndem Charme hat es bestimmt nicht gelegen …


Wer zum Menschen David White vorstoßen wollte, musste zunächst viele Taktlosigkeiten, Unverschämtheiten und Rückschläge aushalten. Diese Hürden haben nicht viele genommen. Manche Freunde haben David vor die Alternative gestellt und an den Alkohol verloren.

David war immer auf der Suche: Seine Odyssee von England nach Deutschland, auf die Azoren, zurück nach Deutschland, wieder nach England und wieder zurück. Er hat häufig den Neuanfang versucht, stand sich aber oft selbst im Weg. Er hat aufgegeben, Hoffnung geschöpft, sich auch selbst viel vorgemacht, oft selbst belogen und trotzdem weitergemacht.

 

Erst als sein Ende absehbar wurde war deutlich zu spüren, wie sehr er doch am Leben hing. 

David war eine Ausnahmepersönlichkeit. Ein Licht, dass sehr hell brannte. Dafür leider zu kurz. "The good die young." Möglich. Er ist am Morgen des 30.8.2013 im Krankenhaus von Winterberg gestorben. Mit 51 Jahren. Das ist natürlich viel zu früh. Aber so intensiv und schnell wie David gelebt hat, war seine Zeit offensichtlich um. Er wusste genau, warum es zu Ende ging und er hat es klaglos akzeptiert. Auch in diesem Punkt hat er mit Charakter beeindruckt. Davids Tod war einfach nur traurig wie auch sein Sterben schon traurig war. 

Wenn sie können würden die Cruisers auch heute wieder eine Bluesband mit ihm gründen.
Aber nicht mit "Stormy Monday" ...

 

Es gab einige wichtige Begleiter in Davids letzten Wochen. Besonderer Dank geht allen voran an Josef, aber auch an Dirk, Werner, Thomas ...

 

Andy, Bernd, Holger und Jörg im September 2013